Performance-Workshop: “Körper // Sprache // Archiv” (2017 Brandenburg)

Hintergrund

Jede Gesellschaft folgt einer logischen Struktur, die festzulegen scheint, wie wir sind, was wir tun und worüber wir sprechen. Der Performance-Workshop Körper // Sprache // Archiv, der dieses Jahr aus drei unabhängigen Begegnungen besteht und bereits im Juli 2017 in Kroatien und im September 2017 in Polen stattgefunden hat, wird nun vom 6. bis 14. Dezember 2017 in Gerswalde, Brandenburg durchgeführt.

Der Workshop widmet sich den Fragenkomplexen von Diskriminierung und eliminatorischer Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart. Im Zentrum steht dabei unser Arbeitsort: Die Region Uckermark. Diese ländliche Region bildet musterhaft Strukturen der Ausgrenzung und Diskriminierung der letzten 90 Jahre in Deutschland ab. Hier befanden sich sowohl das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück als auch das Jugendkonzentrationslager Uckermark, wo Mädchen und junge Frauen systematisch ermordet wurden.

Auch die DDR-Vergangenheit und die Verwerfungen der Transformation in den 1990er Jahren haben in der Gegend deutliche Spuren hinterlassen. Landflucht und das Zusammenbrechen der kommunalen Ökonomien sind hier die Stichworte.

Vor dem Hintergrund dieser (traumatischen) Spuren der Vergangenheit beschäftigen wir uns mit heutigen Erscheinungsformen von Rassismus, Xenophobie und Rechtsradikalismus in Deutschland. Dabei nähern wir uns diesen Themen einerseits über die Auseinandersetzung mit den Orten, die als Zeugnisse des Vergangenen fungieren. Andererseits sind es unsere persönlichen Erfahrungen und Hintergründe, die wir in jede Auseinandersetzung mitnehmen. Diese zu befragen und zu reflektieren ist uns genauso wichtig wie die Berücksichtigung der faktischen Ereignisse.

Arbeitsweise

Im Dezember 2017 laden wir 18 Teilnehmer_innen aus Deutschland, Polen, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien zu einem 8-tägigen Performance-Workshop ein. Der Workshop gliedert sich in drei Phasen: Zunächst werden theatrale und performative Mittel erprobt und weiterentwickelt, um die oben genannten Themenkomplexe zu bearbeiten. Anschließend geht es darum, Stoff und Material zu finden und künstlerische Teams zu bilden, die jeweils gemeinsam kleine Projekte entwerfen und umsetzen. Am Ende präsentieren die Teams ihre vorläufigen Ergebnisse, die von Performances zu bespielten Environments bis Videoart reichen können und sowohl abgeschlossene als auch offene Projekte umfassen. Der Workshop dient als Plattform, künstlerische Vorhaben anzustoßen, zu entwickeln und zu erproben, die über die Dauer des Workshops hinaus führen können.

Das Projekt Körper // Sprache // Archiv richtet sich an junge Erwachsene, die an künstlerischem Arbeiten interessiert sind, und zielt neben der Themenstellung auf die Erweiterung der ästhetischen Erfahrung. Die Teilnehmer_innen werden dabei von fünf erfahrenen Theaterpädagog_innen, Regisseur_innen und Dramaturg_innen begleitet.

Anmeldung & Organisatorisches

Der Workshop findet vom 6. bis 14. Dezember 2017 in Gerswalde (Brandenburg) statt. Unsere gemeinsame Sprache ist vor allem Englisch. Die Teilnahme am Workshop sowie die Übernachtung & Verpflegung sind kostenlos, allerdings erheben wir eine Anmeldegebühr von 50€. Fahrtkosten können bis zu einer Gesamtsumme von 120€ (hin und zurück) erstattet werden.

Bitte beachte, dass wir zur Durchführung der Anmeldung den von Dir ausgefüllten Bogen bis spätestens 8. November 2017 benötigen. Anmeldebogen und weitere Infos unter: koerpersprachearchiv.wordpress.com

Anmeldebogen: download

Anmeldung und Fragen bitte an: body-language-archive@mikub.org